29.09.2017

Unser Wiesn ABC

Zum 184. Mal hieß es vor kurzem wieder einmal „O'zapft is" und die traditionelle Wiesn in München wurde von Oberbürgermeister Dieter Reiter eröffnet. Damit Sie beim nächsten Wiesnbesuch mit ein bisschen mehr Fachwissen prahlen können, finden Sie hier unser Wiesn ABC:


A wie Anstich,

also das Anzapfen des ersten Bierfasses auf dem Oktoberfest, läutet seit 1950 den Beginn des größten Volksfestes ein. Pünktlich um 12.00 Uhr am ersten Wiesn-Samstag darf der amtierende Oberbürgermeister im Schattenharnei-Festzeit seine Anstich-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Den Negativrekord, erreichte Thomas Wimmer: Ganze 50 Schläge benötige er zum Anstich. Auf der Treppe der Bavaria werden anschließend 12 Böllerschüsse abgegeben - und damit darf nun auch in den anderen Festzeiten das Oktoberfestbier ausgeschenkt werden.

B wie Bierpreis.

Mit knapp unter 11.- Euro ist die Mass heute so teuer wie nie. Die letzten Jahre stieg der Preis um durchschnittlich 2,33%. 2017 schlug Wiesn-Chef Josef Schmid eine Bierpreisbremse bis 2019 vor - und scheiterte damit vor dem Stadtrat.

C wie Charivari.

Zum perfekten Trachtenoutfit (s. D wie Dirndl) gehört auch ein klassisches Charivari. Von Edelsteinen, Münzen und Medaillen über Harnscheiben bis hin zu Tierpfoten und Teilen von Hirsch- oder Rehgeweihen - an der silbernen Schmuckkette dürfen sie alle gerne hängen. Sie werden beim Mann über der Lederhose, bei der Frau über der Dirndl-Schnürung an der Brust angebracht und sind ein echter Eye-Catcher, der jedes Outfit abrundet.

D wie Dirndl.

Ein Must-have auf der Wiesn! Nachdem Tracht zwischenzeitlich kaum noch zum Oktoberfest getragen wurde, sind seit einigen Jahren wieder deutlich mehr Wiesn-Besucher im Dirndl und der Lederhose unterwegs. Das teuerste Dirndl in diesem Jahr präsentierte Lily Becker: Das Mieder und die handgenähte Schürze waren aus Seide, in Gold gefasste Mondsteine aus Indien bildeten die Knöpfe, die in einer kleinen deutschen Goldschmiede hergestellt wurden - rund eineinhalb Tage beträgt dabei die Arbeitszeit für nur einen Knopf. Einer von ihnen ist sogar von echten Diamanten mit rund 1,00 Karat umrundet. So kostete das Dirndl am Ende 27.500 Euro.

E wie Energieversorgung.

43 Kilometer Kabel liegen aktuell auf der Theresienwiese um Fahrgeschäfte und Bierzelte mit Strom zu versorgen. Der bunte Wiesn-Trubel verbraucht rund 2,7 Millionen kWh. Zum Vergleich: So viel Strom benötigt im Normalfall eine Kleinstadt mit etwa 21.000 Einwohnern.

F wie Fundsachen.

Neben Jacken, Handys, Brillen, Schlüsseln und Ausweisen finden sich auch immer wieder kuriose Sachen unter den jährlich 4500 Fundsachen. Eine elektrische Luftpumpe, Bettwäsche und eine Klobürste - Fundstücke der Wiesn 2016.

G wie Gastronomie.

In 14 großen und 15 kleineren Festzeiten werden neben Bier auch Leckerbissen wie Schweinsbraten, Kaiserschmarrn oder Ente mit Blaukraut angeboten. 2016 wurden 122 Ochsen, 80 Kälber, 79.000 Schweinshaxn und 510.000 ganze Hendl von den Besuchern verspeist. Insgesamt gibt es 144 Gastronomiebetriebe auf dem Oktoberfest.

H wie Himmel der Bayern.

Das Hacker-Pschorr Festzeit, auch bekannt als „Himmel der Bayern" fasst knapp 10.000 Menschen und gehört damit zu den größten Festzeiten des Oktoberfests„ 2016 bekam der Himmel der Bayern einen neuen Anstrich - und zeigt jetzt auch neue Münchner Alltagsmomente wie das Picknick an der Isar oder die Eisbachsurfwelle am englischen Garten.

I wie ltalienerwochenende.

Am zweiten Wiesenwochenende heißt es statt „Prost" auch gerne mal „Salute" ,denn dann wird aus dem Oktoberfest das „Festa d'ottobre". Rund 100.000 Italiener kommen nach München, über die gesamte Wiesn sogar über 200.000. Seit 2005 helfen auch die italienischen Kollegen mit, um für eine friedliche Wiesn zu sorgen.

J wie Jubiläumswiesn.

200 Jahre Oktoberfest hieß es im Jahr 201 O - und damit Jubiläumswiesn. Mit etwa 6,4 Millionen Besuchern gehört sie zu den meistbesuchten Jahren des größten Volksfests und gleichzeitig zur Geburtsstunde der „Oiden Wiesn", die damals noch als ,,historische Wiesn" bezeichnet wurde.

K wie Krinoline.

Bereits seit den 20er-Jahren steht das traditionelle Rundkarussell auf der Wiesn und wurde sogar bis 1938 mit purer Muskelkraft bewegt. An der Außenwand des Karussell wurde ein kleiner Balkon angebaut, auf dem meistens eine Blaskapelle spielt, wenn nicht gerade ausgewählte Künstler die musikalische Begleitung liefern.

L wie Ludwig.

Anlässlich der Hochzeit zwischen Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 fanden in München ausgelassene private und öffentliche Feiern statt. Grundstein des heutigen Oktoberfests war vermutlich das letzte Pferderennen am 17.Oktober.

M wie Maßkrug.

Früher oft noch aus Ton, heute eher aus Glas gefertigt, gehört der Maßkrug traditionell zur Wiesn. Er fasst genau einen Liter Bier. Zum Oktoberfest wird jedes Jahr ein eigener Krug aus Steinzeug designt, der das Plakatmotiv des diesjährigen Oktoberfests zeigt.

N wie Noagerl.

Auch wenn das Bier auf der Wiesn immer teurer wird - bis zum letzten Noagerl wird nur selten getrunken. Denn das ist der letzte Schluck, der in der Mass noch übrig ist. Genauer gesagt die letzten 10% des Biers, denn diese landen dann meistens doch im Abfluss.

O wie Oide Wiesn.

In diesem Jahr ist es wieder so weit - neben der „normalen" Wiesen gibt es statt des Zentralen Landwirtschaftsfests (s. ,,Z") die sogenannte „Oide Wiesn" Mit weniger Gedränge und traditionellen Bierzelten, Schaustellern und Attraktionen bietet sie einen Einblick in vergangene Zeiten.

P wie PR-Verbot.

Werbeveranstaltungen, Produktpräsentationen und Sonderveranstaltungen dürfen nach Paragraf 42 der Betriebsverordnung für das Oktoberfest in den Zeiten nicht stattfinden. So herrscht auf der Wiesn striktes PR- und Werbeverbot - wer sich nicht dran hält muss mit empfindlichen Strafen rechnen und auch die nächste Zulassung zur Wiesn steht auf dem Spiel.

Q wie Qualmen.

Seit 2011 herrscht in den Bierzelten ein striktes Rauchverbot, wer sich nicht daran hält, muss hier mit empfindlichen Strafen rechnen. Inzwischen bieten aber die meisten Zelte einen Raucherbereich auf dem Balkonen oder eigens geschaffenen Bereichen an.

R wie Riesenrad.

Nicht nur das Ausblick vom Riesenrad des Münchener Oktoberfests ist beeindruckend, auch die Maße sind gewaltig: Mit einer Gesamthöhe von 50m und einem Gewicht von 540 Tonnen können 192 Fahrgäste in 32 Gondeln über die gesamte Theresienwiese blicken - bei gutem Wetter sogar bis zu den Alpen! Und wenn die Dämmerung einbricht,-* sorgen 35.000 Glühbirnen für eine einzigartige Stimmung.

S wie Stammwürze,

denn mindestens 13,5 Prozent davon müssen in einem echten Oktoberfestbier enthalten sein. Doch das Festbier ist nur nicht aromatischer und würziger, sondern auch stärker. Zwischen 5,8 und 6,3 Volumenprozent Alkohol sind im typischen Festbier - das stärkste ist das Hofbräu.

T wie Trachten- und Schützenzug.

Zur Eröffnung des alljährlichen Oktoberfests ziehen die Wiesnwirte und Schausteller mit ihren Begleitungen mit Kutschen, Blaskapellen im Trachten- und Schützenzug in ihren Zeiten ein. Schützen und Spielmannszüge, Reiter, Fahnenschwinger, Moriskentänzer, Trommler und Jäger laufen in farbenprächtigen historischen Gewändern mit. Mittendrin fahren die Gespanne der Brauereien und Kutschen mit verschiedenen traditionellen Handwerksgruppen. Angeführt wird dieser rund 9000 Mann starke Umzug vom Münchner Kindl.

U wie Umsatz.

Mit knapp einer Milliarde Umsatz ist das Oktoberfest auch ein großer wirtschaftlicher Faktor für die Stadt München: Etwa die Hälfte des Umsatzes machen dabei die direkten Einnahmen der Betreiber von Fahrgeschäften, Gastronomiebetrieben und Verkaufsständen. Die zweite Hälfte verteilt sich dann auf Hotels und Ausgaben in der Stadt selbst.

V wie Veilchen.

Etwa über 2000 Einsätze der Polizei kommen während des gesamten Oktoberfests auf die Beamten zu: Von Gewaltdelikten über Diebstähle bis hin zu Übergriffen. Seit einigen Jahren sinkt aber die Anzahl der Delikte und die Wiesn bleibt meist friedlich.

W wie Wiesnwirte.

Was wäre die Wiesn ohne die gutgelaunten und hart arbeitenden Wiesnwirte? Sie tragen die Verantwortung für alle Gäste und Bedienungen in ihrem Festzelt. Über ihrem Umsatz wird häufig spekuliert. Genau Zahlen gibt es nicht – somit gehört das zu den wohl bestgehüteten Geheimnissen der Wiesn.

X wie Xing.

Seit jeher ist die Wiesn auch der perfekte Ort für’s Networking – neue Geschäfte werden eingetütet und Bestandskunden mit einer Mass und gutem Essen bei Laune gehalten. Dabei werden natürlich auch neue Kontakte geknüpft – das Selfie des Abends passt aber doch besser auf Facebook als auf die Netzwerkplattformen wie Xing und LinkedIn.

Y wie Yacht,

die gibt es zwar nicht auf dem Oktoberfest, dafür aber die bekannten Schiffschaukeln direkt vor dem Käfer-Festzelt. Nachdem die weiteren Schiffschaukeln 2015 weichen mussten, um mehr Platz für Würstlbuden und den Souvenierverkauf zu machen, steht hier die letzte Schiffschaukel auf der Wiesn.

Z wie Zentrales Landwirtschaftsfest.

In diesem Jahr ist die „Oide Wiesn“ angesagt, das nächste Zentrale Landwirtschaftsfest findet erst wieder 2020 statt. Alle vier Jahre erhalten Besucher die Gelegenheit, sich über die Arbeit der Landwirte auf dem Hof und den Feldern zu informieren. Ob Trends in der Ernährung, Neues vom Handwerkermarkt oder auch in der Schaubrauerei, das ZLF gewährt einzigartige Einblicke und bietet dabei auch ein großes Unterhaltungsprogramm mit Trachtengruppen und Musik oder auch spannenden Diskussionsrunden.

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+49 176 / 129912-22, gumppenberg@wbpr.de

Dietrich von Gumppenberg

Krisen kennen keine Uhrzeit. Und in einer krisenhaften Situation sind ehrliche Ratgeber gefragt. Ratgeber, die sofort agieren und auch in schwierigsten Situationen bestehen können. Wir waren in den letzten 37 Jahren in vielen komplexen Krisenfällen im Einsatz.